Windräder und Wahlkampf, das ist ein brisantes Thema. Darüber mag der ein oder andere Kandidat vorerst lieber Stillschweigen bewahren. Es ist doch prima, wenn man Großwindanlagen bauen lassen will und die Bürgerinnen und Bürger der Meinung sind, das Thema hat sich doch erledigt. Bisher ließ sich das auch gut verschweigen, aber jetzt ist es wohl nicht mehr unter der Decke zu halten. Die Windkraft in Nümbrecht ist nun auch im Wahlkampf angekommen.

Das Vorhaben der derzeitigen Regentschaft hat sich in dieser Amtsperiode nicht umsetzen lassen. Pfiffige und ziemlich intelligente Anwohner haben es geschafft, den plumpen Versuch, sie hinters Licht zu führen, zu verhindern. Das ist für manche ziemlich dumm gelaufen. Ich bin aber nicht der Meinung, dass diese Vorhaben deswegen aufgegeben wurden. Aufmerksame Menschen in der Nähe möglicher Standorte die in Frage kommen, beobachten die Anzeichen hierfür bereits sehr aktiv.

Die vernetzen Bürgerinitiativen der Region haben in den Nachbargemeinden ebenfalls diese Projektaktivitäten erkannt. Nach der Wahl, je nach Wahlergebnis, kann man so die fertige Projektierung aus der Schublade holen.

Es gibt auch Stimmen die behaupten, man könne sich keinen weiteren Rückschlag in der Energiepolitik erlauben. Was ist wohl damit gemeint? Gibt es da vielleicht eine Stallorder von einer höheren Instanz in der Landeshauptstadt? Egal von welcher Seite man dieses Thema in unserer Gemeinde angeht, es ist und bleibt bei den hiesigen Verhältnissen ein unwirtschaftliches Vorhaben und berücksichtigt nicht den Lebensraum der Menschen die hier wohnen. Als Beleg hierfür lässt sich ein Windrad in der Gemeinde anführen, welches seit zehn Jahren unwirtschaftlich betrieben wird und bereits zwei Insolvenzen zur Folge hatte. Die Gesetze der Physik lassen sich auch durch Ignoranz und unsachliche Argumentation nicht überlisten. Aber Subventionsgier, profitable Grundstücksgeschäfte  und lukrative Pachtverträge machen die Menschen gefügig. Wenn sich durch Wind ein einträgliches Geschäft machen ließe, warum haben unser Vorfahren dies nicht schon genutzt? Sie hätten dann wohl eher Windmühlen statt Wassermühlen gebaut, oder?

Auf dem Bergischen Landschaftstag wurden heute an vielen Ständen die Bemühungen und Projekte vorgestellt, die für die Erhaltung unserer einzigartigen Kulturlandschaft sorgen sollen. Verantwortungsvoller Umgang in der Landwirtschaft, im Einklang mit nachhaltigem Naturschutz als oberstes Ziel, um unseren Lebensraum dauerhaft und lebenswert zu erhalten. Von den verantwortlichen Politikern des Oberbergischen Kreises wurde einstimmig hervorgehoben, wie wichtig ein ausgewogener und nachhaltiger Umgang mit der Natur und der Artenvielfalt ist. Wir sollten auf sie hören!